Meine fotografische Praxis beschäftigt sich mit dem Übergang zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Motive wie Konzerte, Naturräume oder urbane Strukturen dienen als Ausgangspunkt für Bildräume, in denen Wahrnehmung und Wirklichkeit verschwimmen. Im Fokus steht weniger das Motiv als die erzeugte Stimmung – reduziert, diffus und offen für Interpretation.
Residual Forms
In Residual Forms werden Objekte und Strukturen aus ihrem funktionalen Kontext gelöst und als formale Setzungen neu gerahmt. Lichtakzente verstärken diesen Effekt, überzeichnen Konturen und verschieben Maßverhältnisse. Formen und Farbe fungieren nicht als ästhetische Geste, sondern als Störung, als mediale Verschiebung von Wahrnehmung. Reflexion, Überzeichnung und das Künstliche erzeugen eine visuelle Distanz, die das Gesehene neu verhandelt oder einen Geist einhaucht, der vorher unsichtbar war.
Meine multimedialen Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von digitaler Ästhetik, gesellschaftskritischer Reflexion und zeitgenössischer Kommunikation. Durch generative Systeme, visuelle Rhythmen und interaktive Strukturen thematisiere ich Kontrolle, Fragmentierung und Vernetzung in digitalen Räumen – stets mit dem Ziel, Denkprozesse und neue Perspektiven anzustoßen. Dabei interessieren mich besonders die Spannungsfelder der digitalen Gegenwart, wie Social Media und Überwachung.
Infokratie
"Infokratie" ist ein Buch des südkoranisch-deutschen Kulturwissenschaftlers Byung-Chul Han. In dem Buch wird eine Pipeline für den Weg von der Demokratie, welche von Rationalität und Diskurs geprägt ist, in die Infokratie gezeigt, wo Affektivität, Filter-Bubbles und Überforderung dominieren. Die Infokratie kommt aber nicht mit Einschränkungen sondern entfaltet sich in der Freiheit, die durch die gesammelten Daten sich auch in der Überwachung wiederspiegeln.
Es ist eine audiovisuelle Arbeit, die das Spannungsverhältnis zwischen Informationsflut und Wahrheitsfindung untersucht. Die ästhetische Störung macht nicht nur das digitale Medium selbst sichtbar, sondern auch die unstete Natur von Information im digitalen Zeitalter.